Wikipedia & Uncyclopedia
Dezember 8, 2006
Für die meisten sicher nicht neu, wohl aber für mich! Nutze ich Wikipedia nun schon seit längerem als hilfreiches Nachschlagewerk für sämtliche Arbeiten, Recherchen, u.a., so fand ich heute das Gegenstück: Uncyclopedia – die wortwörtlich „content-freien satirischen Enzyklopädie“!
Eintrag der Woche: Minderwertigkeitskomplex – die erfrischende Direktheit tut einfach gut bei all dem sterilen Gequatsche sonst. Hui die Aufzählung:…
Ich bin zu dick. - Wann lernen die Weiber endlich in den Spiegel zu sehen, als ihre Männer zu fragen?
Ich bin zu dünn. – Mitleidsfloskel, funktioniert nicht.
Ich bin zu groß. – Mmh, vielleicht der Beißer aus 007 könnte dieses Problem haben.
Ich bin zu klein. – Das nennt man „Little-Man-Syndrom“.
Meine Brüste sind zu klein. – Also daran sind wirklich nur die Männer und ihre Fixiertheit Schuld.
Meine Brüste sind zu groß. – und das Resultat ist…
Alle glotzen immerzu auf meine Brüste. – Wir sind doch alle noch Tiere, also was soll’s.
Meine Brüste hängen. – Erster Komplex, den ich hier gelten lassen würde.
Ich habe keine Brüste. – Ich weiß, ich weiß,… dafür habt ihr einen Schwanz!
Mein Genital ist zu klein. – Naja, ähm, tja, es kommt doch nur auf die Dicke an, nicht wahr?
Mein Genital ist zu groß. – Entsprechende Frau suchen.
Alle glotzen immerzu auf mein Genital. – Ach wirklich? Ich würde das eher eine übermäßige Schwanzorientiertheit nennen.
Mein Genital hängt bzw. steht nicht. – Hey – Frauen können sehr bald nie wieder Kinder kriegen, Männer können das nur ab und zu nicht. Die Natur hat’s also eh gut mit Euch gemeint! (Wie war das noch mal mit den multiplen Orgasmen…?)
Ich habe kein Genital. – Dann schau mal nach, ob Du Brüste hast. Wenn ja, alles ok, wenn nein, OP.
Ich bin zu dumm. – Welchen dummen würde auffallen, dass er dumm ist, wenn er zu dumm ist, zu merken, dass er dumm ist?
Ich bin arm und dumm. – Armes Schwein.
Ich bin zu dumm, um es zu merken. – Oh, da ist ja meine Aussage.
Ich habe kein Talent. – Doch. Keines zu haben. (Ob mir das jemand abkauft?)
Keiner will mich haben. – Das glauben alle Frauen. Tipp: Wartet einfach bis die Woche vorbei ist.
Keiner erkennt meine inneren Werte. – Wenn er Dir auf die Brüste gesehen hat, Dich bestiegen hat und dann auch noch bleibt – dann hat auch er sie erkannt…, zumindest sollte man das glauben, wenn man den Regeln der Natur glauben schenkt; zugegeben, wer zweifelt nicht daran ein „Unerkannter“ zu sein – Mann ebenso wie Frau.
Meine inneren Werte sind zu klein. – Tipp: Einfach kriminell werden.
Ich kann mir keine inneren Werte leisten. – Und diejenigen die es sich leisten fallen in der Gesellschaft durch. Man hat also die Wahl.
Ich kann mir nur einen Opel Corsa leisten. – Abwarten. Es ist immerhin besser als ein Elektro-Auto oder ein Traktor!
Ich kann mir nicht mal einen Opel Corsa leisten. – Oh, naja, Öffentliche Verkehrsmittel.
Ich bin zu schwarz (Afroamerikaner in Texas). – Rassisten sind dumm, zählen somit zur oberen Kategorie; man sollte sich nicht selber auch noch einen Komplex aneignen, nur weil ein anderer schon einen hat.
Ich bin zu weiß (weißer Farmer in Namibia). – Tipp: Noch mehr Sicherheitspersonal anheuern.
Ich bin nicht arisch (Jude im dritten Reich). – Emigrieren.
Ich bin nicht jüdisch (Palästinenser in Jerusalem). – Kämpfen, Schweigen, Sterben oder Gehen. Das ist kein Komplex, sondern eine Entscheidung.
Liaison der Gegensätze
Dezember 6, 2006
Während man gezwungener Maßen ans Heim gefesselt ist, man sich Filme ansieht, die von Wahnsinn nur so strotzen, gehen einem so manche Dinge durch den Kopf, die einem zwar schon längst in den Sinn gekommen sind, aber man hatte noch nie die Zeit ihre Details zu analysieren.
Die Gefühlswelt der Menschen ist eine disharmonische und zerstreute Sache. Und selbst die Leute, die meinen in einer Art Homöostase zu leben, suchen geradezu die Dissonanzen des Lebens. Was ich damit meine…
Schönheit ist Symmetrie. In unserem kompletten Umfeld finden wir die Schönheit in Dingen deren linke und rechte Seite sich wie ein Spiegelbild gleichen – wie eine mathematische Formel, die mittels des Gleichzeichens die linke und die rechte Seite miteinander verbindet. Selbst in der Schönheitsforschung wurde belegt, dass die Menschen als schön empfunden wurden, welche sehr ähnliche Gesichtshälften besitzen. Symmetrie wirkt auf die eine oder andere Weise einfach beruhigend auf uns – zumindest in der äußeren, materiellen Welt.
Ein Blick auf unsere Gefühlswelt:
Der Tod – schockierend, entsetzlich und meist auch grausam und doch konnte ich mich an Momente erinnern, als die Schlaffheit des Lebewesens und sogleich die Unglücke, die durch eine solche Eigenschaft entstehen können, eine Komik in sich bargen.
Ein Streit – hinterlässt nicht gerade selten Wunden in der Seele, und doch kann man nicht immer ablassen und bekommt Lust darauf, auf jeden Fall die andere Partei zu ergreifen.
Die Liebe – das stärkste Gefühl, dass einen Menschen überkommen kann besitzt die emotional stärksten Gegensätze, wie Wut und manchmal auch Hass. (Man braucht nur die Zeitung aufzuschlagen.)
Liebe weist aber auch noch einen ganz anderen Gegensatz hervor – eine Art von Unerträglichkeit…
Ernst sein – besonders in Momenten in denen man besonders ernst sein sollte, kitzelt der Humor einem unter den Achseln bis man Lachen muss und die bösen Blicke der Ernstgebliebenen zu spüren bekommt.
Trauer ist verbunden mit Langeweile, weil man einfach nicht weiß, was man mit sich anfangen soll und diese beiden Gefühle wechseln sich ab, dass man weint um des Trauergrundes wegen und um sich selbst, weil einem seine eigene langweilige Unnützlichkeit klar wird.
Übelkeit – so ziemlich jede starke Emotion kann einem zum Kotzen bringen.
Versus versus Versus. Vielleicht sind dies nicht die besten Beispiele, aber letztlich fehlt es unserem Innern an jeglicher Harmonie und Symmetrie und ganz ehrlich, keiner könnte mit ihr leben. Aber wir haben einen Weg gefunden uns zu beruhigen und uns mit Ausgeglichenheit zu umgeben indem wir unsere äußere Welt so gestalten.
Und die Natur,…, dort wo sie naturbelassen wurde liegt die Schönheit ebenso in einer Kombination von gleichen und ungleichen Spiegelbildern. Doch sie hat uns einen Beweis geliefert, dass sie Verbindung zwischen Gegensätzen richtig ist und dass es nicht falsch ist in einer Situation zwei divergierende Gefühle zu haben: Plus und Minus Pol ziehen sich einander an und können gar nicht mehr voneinander lassen – eine physikalische Liaison. Und vom Magnetismus sind wir schließlich alle vollkommen umgeben…
Karnevalisierung und Weihnachtsrausch
Dezember 2, 2006

Gold Carnival #2, originally uploaded by FotoRita.
Wie festlich sind eigentlich noch all die heiligen Tage, die berauschend und faszinierend sein sollten?
Jedesmal, wenn eine Festivität mal wieder vor der Haustüre steht, könnte einem schlecht werden. Nicht nur, dass einem die zu feiernde Tatsache schon Wochen davor an jeder Ecke klar gemacht wird, das Gefühl, dass es eine besondere Zeit sei ist sowieso endgültig verloren gegangen Worauf soll man sich das ganze Jahr freuen und wann hat man eigentlich Zeit dafür?
Beginnt man das Jahr mit der Weihnachtszeit, fängt diese schon mal im Oktober an. Dazwischen (im November) wird der Nikolaus und der Krampus gefeiert, in manchen Ländern weniger als in anderen. Man freut sich mittlerweile schon zwei Monate auf Weihnachten, dann kommt endlich mal das erste tatsächliche Ereignis, dass an Weihnachten erinnert – der 1. Advent (!). So, noch einen Monat berauschen lassen von all den Lämpchen auf der Straße, dem Weihnachtsgebäck (von dem man bereits schon mehr als genug hat), den Weihnachtsmärkten, die eigentlich nur dem Punschgenuss dienen (zugegeben, so kann man sich tatsächlich über Monate hinweg berauschen lassen) und Geschenke müssen schließlich auch noch gekauft werden.
Warten, warten, warten und endlich steht der Weihnachtenabend vor der Tür, wobei dieser dann rasend schnell in maximal drei Tagen erledigt ist (wobei ich hier die Behauptung aufstelle, dass für die meisten alles nach dem Geschenkeauspacken vorüber ist). Warum die Eile? Schließlich muss man schon die Glücksschweinderln suchen gehen für die Freude aufs neue Jahr (schon wieder ein Jahr weniger – Mist!). Eine angemessene kurze Wartezeit bis hin zum riesen Feuerwerk.
Glaubt man nun aufatmen zu können, hat man sich getäuscht, den die Karnevalszeit hat bereits offiziell am 11. November begonnen, also muss diese nun ausgiebig bis zum Aschermittwoch gefeiert werden! Die Zeit, in der das Volk jede bekannte Persönlichkeit verar… kann. (Als ob wir nicht, dass ganze Jahr Fasching hätten.) Hat man diese unerträgliche Zeit der stupiden Komiker, mit ihren grauenhaft nervenden Gesängen überstanden, muss man – kaum zu glauben – hungern.
Somit sind Februar und März schon an Feierlichkeit vergeben und so wird der April erreicht… April, April, der macht was er will und so heißt es wieder Essen im unbeständigen Monat und die Schokohasen dürfen ausgepackt werden. Kaum hat man sich die Schokoladenfinger abgeschleckt, winkt einem auch schon in 50 Tagen Pfingsten zu! Nachdem man als gläubiger Christ den heiligen Geist empfangen hat und wiedergeboren wurde, kann man sich nach ungefähr acht/neun Monaten Festivitäten ausruhen. Der Sommer scheint einfach zu heiß für die Feierei zu sein, aber da sind die Leute ja sowieso meist nicht zu Hause, sondern in irgendeinem Touristenörtchen. Zu Hause wieder angelangt, geht das ganze Trara wieder von vorne los, beginnend mit der ersten Weihnachtsdekoration und Halloween am 31. Oktober, dass sich mittlerweile auch schon in Europa eingenistet hat.
Grob gerechnet gibt einem die Wirtschaft 3 Monate Pause, in der man nicht für irgendwelche Feiern einkaufen gehen muss, wobei hier der Sommerschlussverkauf seinen Zweck für diese kleine Lücke erfüllt.
Kurzum, ich bin genervt von all dem übertriebenen Getue und gekünstelten Gehabe um von seinem eigenen Leben abzulenken. So glaubt man doch tatsächlich, dass in der feierlichen Zeit kein öder Alltag herrscht, immerhin 9 Monate pro Jahr. Realitätsnäher ist wohl, dass Feiern alltäglich geworden ist, öd und grotesk in seiner Beschaffenheit. So vergehen die Jahre, blitzschnell, und man merkt nicht, dass man ein durch die Wirtschaft geleitetes Leben führt, welches seine Besonderheit verloren hat. So wie auch die Festivitäten ihre Faszination verloren haben. Die Reichen Idioten, sozusagen.
Wie festlich sind eigentlich noch all die heiligen Tage, die berauschend und faszinierend sein sollten?
Sie können es sein, solange man nicht aus den Fenstern sieht und man die Faszination und die Schönheit zu Hause finden kann, genauso wie die Komik, die Hungerzeiten und der Beginn eines neuen Jahres.
Benetton
November 16, 2006
Wie so viele Frauen huschte ich heute noch im letzten Moment bei Benetton hinein auf der Suche nach einem Mantel. Hinzuzufügen ist noch, dass Benetton an sich nicht mein üblicher Einkaufsort ist, da meistens die Qualtität mit dem Preis in keinem Verhältnis steht; ich habe aber schon alles abgeklappert nach einem Mantel und genau vor dem Geschäft war ein Parkplatz frei – also, warum nicht?
Ich stöberte schnell den Laden durch und entdeckte einen Mantel, der mir sehr gut gefiel, mich aber noch nicht so wirklich überzeugt hatte, nicht nur aus Kostengründen, sondern auch da nur wenig Zeit für den Kaufsentschluss war – schließlich war es wenige Minuten vor Geschäftsschluss. Ich entschied mich, wie es in so einem Fall üblich ist, ihn reservieren zu lassen, wenn auch nur für einen Tag. HA – …
Reserviert wird nur für „Vorteilskunden“! Abgesehen davon, dass ich soetwas noch nie in einem herkömmlichen Kleidergeschäft gehört habe, mußte man, damit man Vorteilskunde wird eine Leistung von EUR 7,- erbringen – soetwas habe ich auch noch nie in einem Klamottengeschäft gehört!
Auf meine freundlich aber direkte Aussage hin, dass das hier diskriminierende Zustände sind und ich den Mantel einfach zurücklag, schaute mich die Verkäuferin auf eine Art und Weise an, als ob sie das Wort „Diskriminierung“ noch nie gehört hatte. Vielleicht hätte ich eine andere Formlierung wählen sollen – „eine ungerechte Behandlung gegenüber ‘Normalkunden’“ (Jaja – ich bin dann also ein ‘abnormaler Normalkunde’, der Kleider kaufen möchte in einem Kleidergeschäft).
Und außerdem, seit wann ist ein Kleidergeschäft konstruiert wie bspw. ein Klub?
Der erste Erotikfilm
November 13, 2006